Mariame Clément
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Il Signor Bruschino
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Il Signor Bruschino
Gioacchino Rossini

Opéra de Lausanne
Premiere: 11. September 2004
Bühne und Kostüm: Julia Hansen
Licht: Hervé Audibert
Musikalische Leitung:
      Corrado Rovaris
Orchestre de chambre de Lausanne
Fotos: © Monika Rittershaus

Bruschino Padre: Roberto de Candia
Gaudenzio: Giorgio Caoduro
Sofia: Corinna Mologni
Florville: Riccardo Botta
Marianna: Delphine Gillot
Filiberto: Evgueniy Alexiev
Commissario: Stuart Patterson
Bruschino figlio: Humberto Ayerbe Pino
Factotum: Alexandre Diakoff

Gianni Schicchi
Giacomo Puccini

Gianni Schicchi: Roberto de Candia
Lauretta: Corinna Mologni
Rinuccio: Riccardo Botta
Simone: Alessandro Svab
Zita: Cinzia de Mola
Marco: Giorgio Caoduro
Ciesca: Delphine Gillot
Gherardo: Stuart Patterson
Nella: Katia Velletaz
Betto: Evgueniy Alexiev
Arzt/Notar: Alexandre Diakoff
Pinellino: Gabriel de Weck
Guccio: Pierre Portenier
Gherardino: Tristan Moreau

Il Signor Bruschino + Gianni Schicchi

Zwei Opern an einem Abend, und zwar extrem verschiedene — auf der einen Seite eine farsa des jungen Rossini (Il Signor Bruschino), und auf der anderen der letzte Teil eines Triptychon, womit Puccini sich einen lebenslangen Traum erfüllte, eine Oper nach Dante zu komponieren: Gianni Schicchi. Für beide Stücke eine gemeinsame Besetzung. Die Herausforderung war, den Abend konsequent zu inszenieren, ohne eine künstliche Verbindung zwischen den beiden Werken herzustellen.
Die Handlung von Gianni Schicchi ist zeitlos, die scharfe Darstellung der menschlichen Gier bietet sich für eine Modernisierung geradezu an; jedoch macht letztendlich die tiefe Liebe zu Florenz und zu der toskanischen Kultur die Originalität des Stückes aus. In welcher anderen Oper würde der Tenor von Giotto singen? Dies hat uns dazu bewegt, einen „Renaissance-Schicchi“ zu konzipieren, der in einem freskenbemalten Palazzo (das hoch begehrte Haus des gerade gestorbenen Buoso Donati) spielt.
Der Beginn des Abends hingegen ist zeitgenössisch: im Bruschino befinden wir uns im selben italienischen Palazzo, aber in seinem „heutigen“ Zustand. Aus dem Privathaus ist ein (lebhaftes wenn auch etwas heruntergekommenes) Rathaus geworden; man hat die freskenbemalten Wände durchbohrt, um einen Fahrstuhl einzubauen (der eine gewichtige Rolle in der Inszenierung spielen wird...).
Erst nach der Pause entdeckt man den Palazzo in seinem „ursprünglichen“ Zustand. Der Zuschauer mag sich fragen: sind wir sieben Jahrhunderte zurück versetzt worden? Sehen wir Gespenster aus der Vergangenheit? Sind die Donati und die Schicchi die Vorfahren der Bruschino Figuren, da ähnliche Kostümdetails für feine Brücken zwischen den alten und den modernen Figuren sorgen? Oder — wie die stilisierten Bewegungen und Haltungen der Sänger es anzudeuten scheinen — ist plötzlich Leben in die Fresken gekommen?